A mix between dokumentation and art

Marseille-2021

Warum Marseille?
Ich war beruflich dort, hatte eine Panne und verbrachte deshalb einen Tag dort.
Und ich war begeistert. Mein Informationsstand über Marseille war folgender: Liegt am Mittelmeer, es wird versucht die Gegend, um den Hafen aufzuwerten, und Marseille ist extrem gefährlich! Die Banlieues sind

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Die Banlieues sind das übrigens wirklich. Ein eigenes Quartier, mit eigenen Regeln. Ein Quartier, in dem scharf geschossen wird. Aber das ist nur ein Teil Marseilles. Marseille ist ein Flickenteppich aus Kulturen, verschiedenen Quartieren und Wohlstandsgefälle.

Wir beide, ich Deutsch/Schweizer, er Marokko/Franzose, hatten eine Autopanne. Der Anlasser war defekt. Ein Franzose und ein Algerier halfen uns. Ohne viele Worte verlief alles routiniert und ganz selbstverständlich. Alles war im Fluss, es brauchte einfach kein grosses Gerede. Alle wussten, was zu tun ist. Das Problem wurde gelöst und keiner der beiden Helfer wollte Geld von uns. Man hilft sich unter working Heroes, wir sitzen im selben Boot. Das ist Marseille!

Sonnenuntergang am Notre Dame de la Garde. Die Sonne geht im Oktober über den vorgelagerten Inseln unter. Es läuft leise französischer Rap im Hintergrund und die Menschen schauen auf die Inseln. Viele Farben, viele Kulturen, viele Glaubensrichtungen. Niemand ist laut oder benimmt sich auffällig. Alle geniessen nur den Sonnenuntergang. Das ist Marseille!

Im Stade Vélodrome kocht es förmlich. Die Menge brodelt. Niemand steht still. Eine wogende Masse aus Gesang peitscht die Mannschaft an. Menschen aus weiten Teilen Frankreichs reisen hier her, um sich Spiele von Olympique Marseille anzusehen. Marseille war 1993 Championsleague Sieger. Als einzige Französische Mannschaft bisher. Die Faust auf dem Auge der Pariser Zentralregierung. Die Faust auf dem Auge der finanzkräftigsten Mannschaft Frankreichs. Verliert die Mannschaft, geht es vielen Menschen in Marseille wirklich schlecht. Das ist Marseille!

Eine eigensinnige Stadt an der Küste mit Seele und Kraft. Hier wurden seit Bestehen, verschiedene Kulturen „an Land gespült“ und machen irgendwie das beste daraus. Ich liebe Marseille.
Und deshalb war ich zwei Wochen später wieder dort.

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